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Freies Schreiben begleiten


Reformpädagogische Ausrichtung

Sehr viele Kinder interessieren sich bereits lange vor ihrem Schuleintritt für Schriftzeichen. Als Erwachsene haben wir die Pflicht diesem Interesse Raum zu geben, entspricht es doch dem kindlichen Grundbedürfnis sich mitzuteilen und die Welt zu erkunden.

Daher ist es umso erschreckender, wenn sich Eltern um ihre vierjährige Tochter Sorgen machen, da diese anfängt zu schreiben. Haben sie doch von einer Lehrerin die Auskunft erhalten „Besser ist, wenn sie nichts können.“

Dahinter steckt hauptsächlich von Schulseite die Angst, die Kinder könnten unterschiedliche Lernwege gehen wollen, da ihre Erfahrungen verschieden sind. Viele Lehrpersonen praktizieren Kontrolle, Vielfalt macht Angst.

Lässt man für Einschulende jedoch individuelle Schreib-weiter-entwicklung zu, kann man als Lehrperson Einblick gewinnen in Stärken und Schwächen des Prozesses. Nur so ist es möglich, zielführend notwendige Übungsschritte für jedes Kind einzubauen.

Ein grundlegender Aspekt im Schreiben Lernen ist der Austausch über Texte in Form von Vorstellung, Weitergabe, Ausstellung. Texte müssen einen Adressanten haben, damit sie nicht lediglich theoretische Übung bleiben. Ebenso muss es wiederholte Gelegenheiten geben, die Texte zu überarbeiten, idealerweise in einer altersgemischten Gruppe. Allerdings darf dies nicht nur die Rechtschreibung betreffen, welche stets als erstes und einziges Verbesserungskriterium angesehen wird. Ausdruck, Verständlichkeit, inhaltliche Ergänzung, welche das Kind in der gemeinsamen Arbeit mit anderen beleuchtet, müssen ebenso Platz haben.

Freies Schreiben muss Hand in Hand mit Kennen Lernen von Schreibtechniken unterschiedlichster Natur gehen. Alle lebenspraktischen Kompetenzen werden auf diese Weise erworben (Laufen Lernen, Sprechen Lernen, Skifahren): mutig selbst erproben, voneinander lernen, Fehler machen dürfen, Vertrauen und Verständnis erfahren, als Individuum in der Gruppe Halt finden